Sonne, Mond & Sterne, bis 15. Okt. MUSA Wien

'Wien', Niklas Meldemann, 1529 (Repro) / Installationsansicht  ‚Wien‘, Niklas Meldemann, 1529 (Repro) / Installationsansicht

Gezeigt wird eine funktionstüchtige modellhafte Rekonstruktion einer ehemaligen Turmbekrönung von St. Stephan. Diese befand sich von 1519 bis 1686 in situ und zeigte einen fix montierten Stern, um den eine Mondsichel kreiste. Am wahrscheinlichsten erscheint eine Interpretation als kaiserliche Bildstrategie, die sinnbildhaft die imperialistischen Ansprüche des Habsburgerhauses formuliert.
Projektskizze

Projektskizze

Der Halbmond war unter der Herrschaft Sultan Selims I. (1512-1520) als Symbol ein­geführt worden. 1529 während der ersten Türkenbelagerung sorgte die visuelle Kon­kor­danz bereits für Un­mut, daher stellte der Wiener Rat einen Antrag, den Aufsatz durch einen Hl. Georg zu ersetzen. Erst nach der zweiten Türkenbelagerung wurde der „Mond-Schein“ nach neuerlichem Antrag ersetzt. Im Lauf der Zeit hatte sich die Vorstellung verfestigt, es handle sich bei dem Halbmond um ein muslimisches Symbol.
Das Metallobjekt, unvollständig und entfunktionali­siert durch Verlöten der beweglichen Teile, befindet sich heute im Wien Museum. Es wurde nachträglich mit einer In­schrift sowie einer gegen Sultan Selim gerichteten obszönen Geste versehen.

 

Installationsansicht

Installationsansicht

ViennArt2009, Wiener Gerücht. Das Öffentliche und das Private. 9.-15. Oktober, MUSA Museum auf Abruf, Wien.
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